Das Wetter ist schlecht, aber das Ambiente gut -
und die Stimmung ohnehin: Rund 100 Jugendliche aus allen Bereichen
unseres Organisationsgebiets sind am Dienstag in der ehemaligen Zeche
Zollverein in Essen zur ersten Bundesjugendkonferenz der EVG zusammen
gekommen. Sie werden bis Donnerstag die Linien der Jugendpolitik der EVG
für die kommenden fünf Jahre festlegen.
Welcher Ort wäre besser geeignet für die erste
ordentliche Jugendkonferenz der EVG“, so Vorstandsmitglied Reiner Bieck
zur Eröffnung. „Die Kumpels, die hier jahrzehntelang gebuckelt haben,
wussten, wozu eine Gewerkschaft gut ist.“ Der Organisationsgrad im
Bergbau liege noch heute bei über 90 Prozent. Die Zeche Zollverein war
fast 150 Jahre lang aktives Bergwerk. 1986 wurde sie stillgelegt und
gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Die Jugendkonferenz der
EVG tagt zum ersten Mal in dieser Zusammensetzung. Ihre Teilnehmer
wurden in den Wahlkreiskonferenzen gewählt. Die Konferenz wählt einen
neuen Bundesjugendleiter bzw. eine neue Bundesjugendleiterin und wird
rund 120 Anträge beraten.
„Nach dem Aufbau der Jugendarbeit geht es jetzt
um Kreativität und um Stabilität“, so Reiner Bieck. „Es geht um die
Festigung der Jugendarbeit in der EVG. Nutzt die Chancen zur Debatte und
trefft Entscheidungen, die die Werte der EVG voranbringen.“
Christian
Schlagbauer, Jugendsekretär der österreichischen
EVG-Schwestergewerkschaft vida, wies in seinem Grußwort auf die
Wichtigkeit einer internationalen Vernetzung auch im Jugendbereich hin,
„und ich bin froh, dass diese Zusammenarbeit im Verbund der
deutschsprachigen Länder wunderbar funktioniert.“
Christian Beck,
Jugendsekretär der IG BAU, kritisierte die aktuellen
Krisenbewältigungsversuche in Europa. Die Verantwortlichen für die
Krise müssten endlich in die Haftung genommen werden. Er sprach sich
auch gegen die Einführung von Schmalspurausbildungen aus. „Mehr
Ausbildungsplätze dürfen nicht auf Kosten der Ausbildungsqualität gehen.
Um das zu verhindern, brauchen wir starke Gewerkschaften.“